Die Kinderhöhlen – als kreativer Prozess in Kitas Die Kinderhöhlen – als kreativer Prozess in Kitas

Die Kinderhöhlen
– als kreativer Prozess in Kitas

Im Rahmen meines Studiums an der FH-Potsdam ist diese Hausarbeit in dem Seminar „Ästhetische Bildung in der Kindheit“ entstanden. Es geht es um die Gestaltungs- und Bauprozesse von Kinderhöhlen mit Hilfe von unterschiedlichen Materialien und Stoffen anhand von Beispielen. Wie ich zu dem Studiengang „Erziehung und Bildung in der Kindheit“ gekommen bin, könnt ihr hier nachlesen.

Einleitung

„Guck mal; — meine Höhle!“ sagte ein kleines Kind stolz zu mir. „Die habe ganz ich alleine gebaut. Das ist mein zu Hause. Da schlafe ich, dort koche ich und hier ist das Wohnzimmer.“

Die Energie und Freude, die es dabei ausstrahlte war überragend. Die Augen waren groß und glänzend. Der Mund zierte ein breites Grinsen und es wippte eifrig hoch und runter, in dem es auf Zehenspitzen stand und schnell wieder abrollte.

Das Kind hatte sich eine eigene Höhle gebaut und das Resultat brachte freudige Emotionen hervor. Doch was sind Emotionen und wieso sind diese wichtig für die Entwicklung des Kindes? Emotionen sind „(…) physische Erregungen, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen, (…) die in Reaktion auf eine Situationen auftreten, welche ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat.“ (Zimbardo; 1995, S. 442)

Die Bedeutung von Emotionen sind für die Entwicklung wichtig, da sie das Handeln motivieren, Gefühle steuern, Interaktionen regulieren und das Denken beeinflussen. Es handelt sich dabei um einen wichtigen Motor, der Entscheidungen und Prozesse ab dem Zeitpunkt der Geburt beeinflussen kann. Zu dem fördert es die emotionale, sowie die sprachliche, kognitive und soziale Entwicklung des Kindes. Der Einfluss ist daher nicht von der Hand zu weisen. (Vgl. Kindergarten heute; 5/2004, S. 31 ff).

Die freudige und stolze Emotion des Kindes ist bereits ein wichtiger Indikator dafür, welche Auswirkung das Resultat des Höhlenbauens, bei einem Kind auslösen kann. Im Folgenden werde ich auf den genauen Entstehungsprozess der Höhle eingehen und dabei untersuchen, welche sinnlichen Bildungsprozesse die Kinder dabei vollziehen.

Entstehungsprozess

Zu Beginn der Arbeit möchte ich zuerst den Begriff der Kinderhöhle erläutern. Bei einer Kinderhöhle oder auch Kinderzelt genannt, handelt sich um einen Nachbauten eines Unterschlupfes. Es ist nicht klar definiert, wie eine solche Höhle auszusehen hat. Genauso wenig ist die Größe oder die Form vorgegeben. Die Gemeinsamkeit aller Höhlen besteht darin, dass die Kinder hineinpassen. In den Meisten Fällen ist der Unterschlupf gerade einmal so groß, dass die Kinder kriechend oder hockend hineinpassen. Ausnahme bestätigen die Regel, so gibt es auch ambitionierte Höhlenresidenzen in denen die Kinder stehen können. Wenn wir die Kinder fragen würden, um was es sich dabei handelt, so würden wir unterschiedliche Antworten bekommen. „Das ist mein zu Hause.“, sagte ein kleiner Junge. Während ein anderes Kind sagte, dass es sich um ein Schloss handele. Kinderhöhlen sind folglich aus der Fantasie gegriffene Nachbauten von Orten, die sie entweder bereits kennen oder aber in dem Moment erfinden. Dabei handelt es sich jedoch meist um geschlossene Bauten, die einen oder mehrere Zugänge besitzen. Die Beweggründe fallen unterschiedlich aus. In meinen Beobachtungen diente der kreative Schaffungsprozess meist darin, anschließend mit dem Erbautem ein Rollenspiel zu starten. Die ausgedachte Familie hatte schnell ihren Platz in der neuen erbauten Wohnung gefunden. „Durch freies Explorieren lernt das Kind den Gebrauch des Materials zu variieren und bei ähnlichen oder neuen Aufgaben differenziert einzusetzen. Es erfindet eigene Spiele und entwickelt unterschiedliche Ideen.“ (Cantzler, Anja; 2011 – Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.)
Ein weiterer möglicher Aspekt für den Drang des Kindes sich eine Höhle zu bauen, könnte darin bestehen, dass die Räumlichkeiten, in denen sich ein Kind für gewöhnlich aufhält, unverhältnismäßig groß erscheint. Daher könnte es Möglich sein, dass Kinder sich mit dem Bau einer Höhle ein eigenes, in Verhältnis gesetztes, zu Hause bauen. Eine Art skalierte Version der Wirklichkeit eines Erwachsenen.

Während meiner Zeit in der Kita habe ich diverse Höhlenprojekten der Kinder begleitet und konnte zu meiner Überraschung unterschiedliche Ergebnisse feststellen, die ich hier zusammen tragen werde. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Arten von Höhlen. Die persistente, die zusammen mit dem Fachpersonal erbaut wurde und die spontane Höhle, die von den Kindern, meist für ein kurzes Rollenspiel erbaut wurde. In jedem Fall wird hier die Handlungs- und Planungsfähigkeit geschult. „Alltagsgegenstände und Naturmaterialien laden das Kind dazu ein, die Materialien nach den eigenen Ideen zu verwenden oder zu verändern. Über Versuch und Irrtum lernt es seine Bewegungen zu planen und komplexer zu handeln. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung zur Ausbildung kognitiver Strukturen und Assoziationsvorgänge“ (Cantzler, Anja; 2011 – Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.)

Zwei dieser persistenten Höhlen werden hier kurz erläutert, darauf folgen einige Worte zu der spontanen Höhle.

Die Hütte

Bei dieser Art von Höhle handelt es sich um ein kleines Haus, dass einen frontalen Eingang besitzt mit einem zu gespitztem Dach. Bei dem Ausgangsmaterial handelt es sich um ein rechteckigen Karton. Der Eingang wurde vorsichtig mit einem Teppichmesser entfernt. Das Dach wurde mit Pappe zurecht geschnitten und mit Klebeband fixiert. Auf dem Dach befindet sich eine Decke, die dem Dach die typisch rote Farbe verleiht. Für das Kind ist die Decke eine sinnliche Erfahrung, wenn es das Haus mit den Händen erreichen kann. Es bietet vor allem den krabbelnde Kleinkindern, eine Möglichkeit sich in ein dunklen Bereich zurück zu ziehen. In der Höhle können Decken und andere Utensilien untergebracht werden. Als Highlight installierten die Erzieher/innen eine Lichterkette in die Innenseite des Daches. Somit ist das Häuschen auch wahlweise von innen beleuchtet. Das entsprechende Fach für die Energieversorgung befindet sich auf dem Dach und wird mit Batterien betrieben.

Die Rakete

Bei der zweiten Höhle, die persistent in der Kita steht, handelt es sich um eine Rakete. Diese wurde mit Hilfe von einem großen Paket realisiert, welches auf einer Seite aufgeschnitten wurde. Der Eingang wurde auch hier mit Hilfe eines Teppichmessers herausgearbeitet. Der Mantel, der Rakete wurde mit Aluminiumfolie umwickelt und beklebt. Somit bekam das Objekt eine matte, silberne Oberfläche, in der sich einige Kinder versuchten zu erkennen. Die Kinder können sich in die Rakete hineinstellen und mit dem Kopf durch die obere Öffnung schauen. Das Ergebnis ist eine Rakete und die Kinder lieben dieses Objekt. Zum Einen regt die Rakete die Fantasie der größeren Kinder an und sie beginnen mit einem Rollenspiel. Zum Anderen konnte ich beobachten, dass sie von dem Karton und der spiegelnden Oberfläche fasziniert sind. Es wirkt geradezu magnetisch.

Spontane Höhlen

Die meisten Höhlen, die in der Kita entstanden sind, waren spontane Höhlen, die nicht primär von Erzieher/innen erbaut wurden, sondern von den Kindern selbst. Es standen den größeren Kindern (2-4 Jahren), Materialien zu Verfügung, die sie bei der Erbauung benutzen konnten.
Das führte zu ganz unterschiedlichen Resultaten, die auch für die Kinder mit unterschiedlichen Erlebnisse verknüpft waren.

Materialien

Um das Vorhaben zu realisieren, wurde einiges an Materialien benötigt, mit denen die Kinder die Höhle bauen konnten. In dem Kita eigenen Atelier befanden sich einige Kartons, die zum Teil vollständig in ihrer Form erhielten blieben und zum Teil geschnitten daherkamen. Es handelte sich dabei um handelsübliche Kartons von Lieferungen bzw. Paketen. Des Weiteren wurden 80x120cm große Matten verwendet. Zu dem hatte die Kita diverse Stoffe zur Verfügung, die sich nicht nur in Farben unterschieden, sondern auch in der Beschaffenheit. Der Kontakt zu den unterschiedlichen Materialien fördert die Sachkompetenz und die Körpererfahrung. „Über Ausprobieren lernt das Kind die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Materialien kennen. Durch diesen Umgang mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien erweitert es die Kompetenz, sich in der Umwelt und der Umgebung sicher zurecht zu finden. […] Durch unterschiedliche Gegenstände und Materialien und deren facettenreichen Eigenschaften erhält das Kind unterschiedliche Reize und erlebt und spürt so seinen Körper.“ (Cantzler, Anja; 2011 – Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.) Im weiteren Verlauf wird näher auf die einzelnen Materialien eingegangen und dabei erläutert, welche sinnlichen Erfahrungen Kinder dabei erleben können. Diese sinnlichen Erfahrungen entwickeln die Sinne des Kindes. „Alltagsgegenstände und Naturmaterialien geben dem Kind die Möglichkeit, das eigene Sinnessystem durch Riechen, Schmecken und Tasten auszubilden und seine Bewegungsmuster durch den Umgang mit den Materialien zu verfeinern und weiter zu entwickeln. Es nimmt neue Reize auf und integriert diese in die bisherigen Erfahrungen.“ (Cantzler, Anja; 2011 – Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.)

Pappe

Die Kartons sind in ihrer Beschaffenheit eher dick, besitzen eine raue Oberfläche und sind schwer zu falten. Für die Kinder in der Kita ist es ein interessantes Material. Vermutlich, da es so etwas nicht aus der natürlichen Umgebung kennt, da die herkömmliche Umwelt für Kinder eher weich und bequem daherkommt. Bei der Beobachtung ist mir aufgefallen, dass einige Kinder mit der flachen Hand auf die stumpfen Ränder gestrichen haben, um die Oberfläche zu ertasten.

Die Kita stellte den Kinder einen großen Karton zu Verfügung. Diese nahmen es dankbar an und verwendeten diesen als eine Art begehbaren Schrank, indem sie sich schlicht hineinstellen und warteten. Bei mehrfachen beobachten, entpuppte es sich als ein prima Versteck für das beliebte Verstecken-Spiel.
Die Pappe eignet sich hervorragend als ein Grundmaterial, das sich noch feiner ausarbeiten lässt. Hier lohnt sich ein Griff zu den Farbeimern, um dem Material ein anderes Erscheinungsbild zu geben. An dieser Stelle können die Kinder kreativ werden und auf einer weiteren Ebene sinnlich abgeholt werden.
Matten

Die Kita hat für den Sport und für die Entspannungsphasen weiche, dünne Matten.
Diese sind nicht nur bequem, sondern auch leicht im Gewicht und passen dadurch auch in Kinderhände. Das diese auch für den Gebrauch einer Höhle verwendet werde konnte, habe ich von einem Kind gelernt. Es verwendete die weichen, Schaumstoff-artigen Matten als Außenwände. Diese waren in sich stabil genug und es erforderte Feinmotorik und Kraft diese so auf zu stellen, dass sie nicht umkippten. Das Ergebnis erinnerte an einem Lebkuchenhaus, dass aus vielen Lebkuchenplatten bestand.

Das stapeln der Matten forderte dem Kind viel an Augenmaß, Konzentration, Fleiß, Fein- und Grobmotorik ab und es hatte dabei sichtlich viel Spaß, die Balance und Stabilität der Höhle zu gewährleisten.

Aluminiumfolie

Ein leichtes und dünnes Material, dass als zusätzliche und besondere Eigenschaft, die silbern- glänzende Oberfläche aufweist. Es standen den Kindern zwei Rollen von dem Material zur Verfügung und sie mochten es. Nicht nur, dass sie sich in der leicht diffusen Spiegelung suchten, sie genoßen es auch, dass Material zu zerknittert. Die dabei resultierenden Geräusche waren den Kinder gänzlich unbekannt und sie erfreuten sich daran. Sie fassten immerzu mit der Flachen Hand gegen die Aluminiumfolie und hörten das rascheln.

Ähnlich wie bei den Stoffen, die im späteren Verlauf erläutert werden, ist es Möglich das Material sowohl für die Außenflächen der Höhle zu benutzen, als auch einige Flächen in der Innenseite.

Tische

Andere Hilfsmittel für die Stabilität der Höhle waren teils einfache, leichte und kindgerechte Tische, über diese Decken gespannt wurden. Die Kinder haben selbstständig erkannt, dass die Kombination von dem Tisch und der Decke eine prima, dunkle Höhle ergibt. Unter dem Tisch haben sie es sich mit Kissen und Decken gemütlich gemacht, und das eine oder andere Bilderbuch angeschaut.

Stoffe

Jede der gebauten Höhlen besaß als Außen- oder Innenverkleidung verschiedene Stoffe, die entweder auf der Höhle lagen, als Vorhang fungierten oder als Unterlage verwendet wurden. Die Kinder hatten ein großes Angebot an unterschiedlichen Stoffvarianten, die sich alle unterschiedlich auf die Sinne ausgewirkt haben. Von der klassischen Baumwollen Decke bis hin zum Jeansstoff konnten die Kinder wählen, um sich ihre kreative Traumhöhle zu bauen.
Im Folgenden werden unterschiedliche Stoffe vorgestellt und überprüft wie sinnlich diese auf Kinder wirken können.

Baumwolle

Der Baumwollstoff ist weich, sehr dick und lichtundurchlässig. Daher eignet sich der Stoff gut für Vorhänge jeder Art. Bei nahezu jeder Höhle, die ich beobachten konnte, wurde dieser Stoff ausgesucht, um die Höhle dunkel zu halten. Diese Eigenart ist mir aufgefallen, da es nicht selbstverständlich ist, dass die Höhle automatisch ein dunkler Platz ist. Doch Kinder scheinen diesen Ort oftmals damit zu verbinden. So konnte ich die Kinder oft dabei beobachten, wie sie akribisch versucht haben jegliches Licht aus der Höhle fernzuhalten. Der Baumwollstoff ermöglicht dieses Vorhaben sehr einfach. Zudem ist es ein sehr sinnlicher Stoff, der weich auf der Haut liegt. Es lagen den Kindern diverse Farben vor und sie konnten wählen. Die Kita hatte ein helles Grün, ein warmes Orange und ein kühles Türkis zur Auswahl.

Der Stoff bot den Kindern nicht nur ein sinnliches Erlebnis für die Haut, sondern konnte auch mit den Farben einen guten Eindruck hinterlassen. So wurde der Tastsinn angesprochen und der Sehsinn.

Jeansstoff

Der Jeansstoff ist ein sehr aufregender Stoff für Kinder. Der Kindergarten bot einen 3m2 großen Stoff für die unterschiedlichsten Anlässe an und die Kinder nahmen es scheinbar dankbar an. Ähnlich wie der Baumwollstoff ist der Jeansstoff wenig Lichtdurchlässig und die Kinder haben schnell verstanden, dass dieser Stoff gut für einen Vorhang geeignet ist. Hierbei ist vor allem die Materialerfahrung für die Kinder von Bedeutung. „Unter Materialerfahrung versteht man das Wahrnehmen (Sinnesschulung), das Begreifen (Bewegungsschulung) von Material und die Einordnung des Erlebten in bisherige Erfahrungen (Integration) (vgl. Köckenberger 1999, 13).“ Viele Kinder haben immer zu mit der flachen Hand über den Stoff gestrichen. Dabei fühlten sie die raue und relativ harte Oberfläche, welches Gefühl sich schlecht einordnen lässt. Den Jeansstoff gab es in dem klassischen blauen Farbton. Ein Kind hatte die Verbindung zu seiner Hose herstellen können und griff instinktiv an die Jeans.

In dessen Gesicht lies sich ein Erstaunen feststellen, dass dieser Stoff auch in anderen Formen vorkommen konnte.

Samt

Samtig-weich ist keines falls nur eine Redewendung. In dem Atelier der Kita lagerte der versteckte Schatz in kleinen Fetzen. Die Rede ist vom Samt. Einige der Kinder liebten diesen Stoff. Sie rieben sich einzelne Stoffreste an die Wange. Andere legten den Stoff zwischen ihren flachen Händen und griffen zu. Aber es scheint das Samt polarisiert. Denn es war beobachten, dass einige Kinder dem gänzlich abgeneigt waren. So hat Samt keine greifbare Struktur und fühlt sich leicht künstlich an. Diese Erfahrung scheinen auch Kinder zu machen. Dennoch, oder gerade deswegen wurde der Stoff oft für die Innen Ausstattung genutzt. Leider ist der recht teure Stoff nur begrenzt verfügbar gewesen und stand den Kindern nicht als Vorhang zur Verfügung.

Wollstoffe

Der Stoff aus denen die Träume gemacht sind. Tatsächlich waren Wollstoffe das kleine Highlight unter den Stoffen gewesen. Es bot den Kindern ein hohes Maß an Wiedererkennung, da sie schnell begriffen welche Stoffe sonst aus diesem Material gemacht wurden. Pullover und einige Kuscheltiere. Ein Mädchen zog los, holte ihren Stoffbären und bemerkte, dass es sich um den selben Stoff handelte. Es ist in der Beschaffenheit sehr kuschelig und weich. Jedoch nicht glatt und die Kinder fühlen die feine Struktur aus dem der Stoff gemacht ist. Die Kita hatte den Stoff in zwei, recht aufregenden, Farbtönen vorrätig; — Pink und Mint-Grün. Das hatte zur Folge, dass die Kinder auch optisch angesprochen wurden und es zu einem spannenden Kontrast zwischen der Assoziation „weich“ und der recht „knalligen“ Farbe kam. Die Kinder konnten zwischen diesen Materialien wählen.

Zusammenfassung

Unterschiedliche Stoffe sind für die Kinder unerlässlich und es ist spannend zu beobachten, wie Kinder mit dem Materialien umgehen. Es scheint, als würden sie Stoffe als etwas Fertiges wahrnehmen. Sie sehen die Kleidung, die aus Stoffen verarbeitet wurde, zum Beispiel der Pullover oder das Stofftier. Doch durch die Arbeit mit den Stoffen, lernen Kinder die Stoffe auch in der unverarbeiteten Form kennen. Spannend ist hervorzuheben, dass es teils zu überraschenden Ergebnissen kam. Die Kinder waren freudig irritiert und überrascht, als sie mit Stoffen konfrontiert wurden, die nicht ihrer Erwartungshaltung entsprach. „Alltagsgegenstände und Naturmaterialien bieten Kindern in den ersten drei Lebensjahren ein vielseitiges und abwechslungsreiches Lern- und Erfahrungsfeld. Da die Ideen und Anregungen dem direkten Lebensumfeld des Kindes entspringen, handelt es sich hier um einen natürlichen und gleichzeitig vollständigen Bewegungs- und Erfahrungsraum, dessen „Material“ alle Sinnes- und Bewegungsbereiche stimulieren kann. „(Cantzler, Anja; 2011 – Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.)
Ein weiterer spannender Versuch ist, die konventionelle Optik von Stoffen zu brechen und mit der Erwartungshaltung zu spielen. Der knallbunt-gefärbte Wollstoff bot den Kindern sowohl ein haptisches Erlebnis durch die Struktur, als auch eine optische Erfahrung. Wobei zu erwähnen ist, dass es sich empfiehlt auch den natürlich Zustand zur Verfügung zu stellen. Gerade bei Wollstoff ist es für Kinder gut, die natürliche Herkunft zu erfahren und die verbundene Farbe, als auch die gefärbte Variante.

Es sollten verschiedene Stoffe angeboten werden, damit die Kinder unterschiedliche Erfahrungen sammeln können. So besitzt jeder Stoff eine andere Beschaffenheit und weckt verschiedene Emotionen und Gefühle bei dem Kind. Es lernt dabei die Materialien kennen, daher ist die Abwechslung von den Stoffen wichtig.

Schlussfolgerung

Mit dem Bau einer Höhle hat das Kind nicht nur enormen Spaß an dem Prozess als solches, es werden auch verschiedene Fähigkeiten gebildet und ausgebaut. Zum Einem sammeln die Kinder Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Stoffen, wie der Baumwolle, Plüsch und Samt, aber auch eher unbekannten Stoffen wie dem Jeansstoff oder gar Leder. Einige wurden in dieser Arbeit vorgestellt, doch lässt es noch viel Spielraum zum Experimentieren. Das Berühren und arbeiten mit diesen Materialien ist, nach meinem Beobachtungen, in jedem Fall eine Bereicherung für das Kind.
Die Höhlen können Trist und funktional daherkommen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, dass die Kinder durch Farben kreativ animiert werden. Hier lässt sich mit Hilfe der Farbentherapie noch mehr Reize ansprechen. Zum Thema Farben gibt es zahlreiche Literatur unter anderem das Buch

„Himmelblau, Sonnengelb und Rosenrot — Das Farbenbuch für Kinder“ von Dagmar Binder und Maria Blazejovsky geschrieben, dass beim Patmos Verlag im Jahre 2002 erschienen ist. Der Prozess des Bauens unterstützt zu dem das Kognitive Denken, da die Kinder die Beschaffenheit der Materialien erfassen und richtig einsetzen müssen. Sie begreifen dabei, zum Beispiel welche Stoffe lichtdurchlässig sind und sich für einen Vorhang eignen und welche für die Innenausstattung geeignet sind. Außerdem erfahren sie beim Bau, welche Materialien sich für den Grobbau eignen. Damit die Materialien auch halten, benötigt es eine gewisse Feinmotorik beim Kind. Denn das stapeln und anordnen von Matten fordern vor allem jüngeren Kindern einiges ab. Schlußfolgernd kann ich die Förderung der Kinderhöhlen sowohl im Kita Alltag, als auch im privaten Gebrauch empfehlen, da sie viele Schlüsselkompetenzen, beim Kind fördern können.

Zu den Schlüsselkompetenzen zähle ich die Methodenkompetenzen, also die „Fähigkeiten, adäquate Problemlösungsstrategien zu entwickeln, auszuwählen und anzuwenden. […] Sie ermöglichen das strategisch geplante und zielgerichtete Umsetzen der vorhandenen Kenntnisse […] und Verhaltensweisen bei […] Aufgaben bzw. Problemen (Jäger; 2001: 121)“.

Literaturverzeichnis

Petermann, F. / Wiedebusch, S. (2004): Emotionale Kompetenz bei Kindern. kindergarten heute, 05/2004, S. 31-34.
Cantzler, Anja (2011): Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien. Verfügbar unter: http://www.kita-fachtexte.de/texte-finden/detail/data/exploration-mit-alltagsgegenstaenden-und- naturmaterialien/ – Zugriff am 19.06.2017

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Literaturverzeichnis

Petermann, F. / Wiedebusch, S. (2004): Emotionale Kompetenz bei Kindern. kindergarten heute, 05/2004, S. 31-34.

Cantzler, Anja (2011): Exploration mit Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.
Stand vom 19.06.2017

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