Der Wolf und die sieben jungen Geißlein – Märchen Plot Analyse

Wer kennt sie nicht, die guten alten Märchen von den Gebrüder Grimm. Die Faszination der Märchen und Sagen hält noch immer an. Ich habe mir das Märchen „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ einmal genauer angeschaut und die Archplot Struktur bzw. Plot Analyse aufgezeichnet. Dafür habe ich mich mit der Stoppuhr neben dem Film gesetzt und alle relevanten Plot Punkte mit der Zeit notiert. Danach habe ich diese Punkte in einem Zeitstrahl eingetragen und die wichtigen Plot Events nach der typischen Arc-Strutkur abgetragen.
Das Besondere an dem Märchen „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ ist, dass sie bei genaueren Betrachten zwei Handlungsstränge aufweisen. Zu einem wäre da die Allgemeine Handlung, die das gesamte Märchen umfasst. Doch lässt sich auch eine eigene Handlung für den Wolf erkennen. Doch fangen wir erst bei den allgemeinen Begrifflichkeiten an.

Typische Archplot Strukturen

Ingrid Sundberg hat sich die Mühe gemacht und eine allgemeine Archplot Struktur erstellt. Filme lassen sich meist in drei Akten unterteilen und haben damit eine feste Struktur. Der erste Akt wird als „Der Beginn“ betitelt. Darin wird die Welt vorgestellt und das Abenteuer bzw. die Geschichte wird initiiert. Dieser Vorgang wird „Call to Adventure“ oder „Call to Action“ genannt und endet damit mit dem „Point of no Return“. An diesem Punkt hat der Held keine andere Wahl, als die Reise bzw. sein Abenteuer anzutreten. Damit endet der erste Akt und der zweite beginnt. Der zweite Akt ist die „Mitte“ und dauert im Film am längsten. Meist sind das Zwei/Drittel des Filmes. Darin wird die Konfrontation der Hauptfigur gezeigt. Diese Phase nennt sich „Fun & Games“ oder „Road of Trials“. In der Mitte des zweiten Aktes ist der „Mid-Point“ erreicht. An dem Punkt ist der „Mid-Act Climax“, an dem der Held eine besondere Erkenntnis über die Geschichte erhält, die ihn zum Ende führt. Das Ende des zweiten Aktes wird an den „Inmost Cave“ abgeschlossen. Der Punkt wird auch „Death of the Ego“ oder „Big Change“ genannt. An diesem Punkt wächst der Held über sich heraus und läuft geradewegs auf das Finale zu. Damit beginnt der letzte und dritte Akt. Dieser dauert in der Regel wie auch der erste Akt, ein/drittel des Films. Der Held sprintet auf das große Finale zu. Dieser wird auch „Seizing the Sword“ oder „The Climax“, also der Höhepunkt genannt. Danach kommt die Befreiung. Die Spannung fällt ab. Diese Phase heißt „Return with the Elixir“ genannt. In der Phase kehrt der Held in die Heimat zurück. Im Besten Fall hat er dabei eine Erkenntnis aus der Geschichte gezogen.

Im Folgenden ist der beschriebene Ablauf gut in einer Grafik ersichtlich.

Die Struktur und Plot Analyse von dem Märchen „Der Wolf und die Sieben Geisslein“

Aufgrund dieser Vorlage habe ich das Märchen „Der Wolf und die Sieben Geisslein“ analysiert. Die Fassung stammt aus dem Jahre 1975 (Schongerfilm) nach dem Drehbuch von Konrad Lustig. Peter Podehl führte dabei Regie.
Hier ist der Link zum Film.

In meinen Aufzeichnung habe ich Notizen über die Handlung und deren Details gemacht und diese mit einem Zeitstempel versehen. Dann bin ich die einzelnen Punkte durchgegangen und habe heraus kristallisiert, um welche Punkte es sich dabei handeln könnte. Das Ergebnis habe ich an einer Randnotiz festgehalten. Die grünen Punkte stellen „BEAT“-Punkte da. Diese Punkte stellen einen neuen Impuls da und signalisieren Richtungsänderungen der Handlung oder neue Erkenntnisse in der Geschichte. Die Punkte werden auch „Life-Changer“ oder „Game-Changer“ genannt.
Anschließend habe ich die Zeiten in einen Zeitstrahl eingetragen und die Punkte abgetragen. Das Ergebnis könnt ihr Euch unten anschauen.

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